Weihnachtsgrußvideo mit Goodie-Package-Verlosung!

Liebe Hörer/innen von Aufnerden, liebe Nerds, wir haben uns vor die (Laptop)kamera gewagt 🙂 und wünschen Euch frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr!

Um uns für eure Treue zu bedanken verlosen wir ein “Aufnerden Season 1 Gäste Goodie Package” (Details in diesem Video auf Facebook). Wer teilnehmen möchte schreibe bitte einfach einen Kommentar unter den Facebook-Beitrag, am 31.12. geben wir die/den Gewinner/in ebenfalls dort bekannt.

Wir freuen uns schon 2017 wieder ordentlich für euch aufnerden zu dürfen – bis dann!

Die 10 besten Weihnachtsfilme – für Nerds und Normalos

(Von Max Werschitz). In fünf Tagen ist es so weit, dann steht das Christkind, der Weihnachtsmann, oder zumindest das übliche Verwandschaftschaos vor der Tür. Zeit sich nicht nur über letzte Geschenke und das Festtagsmenü den Kopf zu zerbrechen, sondern auch das Filmprogramm, das einem dann vielleicht den Abend rettet – oder zumindest die Abende bis dorthin versüßt. Halleluja!

10. Versprochen ist versprochen (Jingle All the Way, 1996)

Put that cookie down. NOW! Und put the tomatoes down – mickrige 17% hat der Film auf Rotten Tomatoes, und darf sich doch völlig ungeniert zu meinen besten 10 gesellen. Arnie jagt für seinen Filmsohn die angesagte Action-Figur der Saison (“It’s turbo time!”), gerät dabei mit mindestens zwei anderen Vätern in Konflikt und wird schließlich selbst zum Actionhelden. Satirische Konsumkritik eingepackt in mal mehr, mal weniger gelungenem Slapstick, mit Weihnachtsschleiferl drumherum – insgesamt eine erstaunlich runde Sache.

9. Die Geister, die ich rief (Scrooged, 1988)

Was wäre das Fest der Feste ohne Charles Dickens‘ A Christmas Carol? Diese Neuinterpretation des Klassikers mit Bill Murray als menschen- und weihnachtshassender TV-Produzent war schon 1988 irgendwie herrlich trashig und ist es mit 28 Jahren auf dem Buckel umso mehr. Für alle die enttäuscht vom diesjährigen Ghostbusters-Remake sind: einfach diesen hier anschauen, schließlich kriegt Billy es auch mit drei recht handfesten Geistern zu tun.

8. Bad Santa (2003)

Billy Bob Thornton als krimineller Kaufhausweihnachtsmann der nicht nur ein Problem mit Alkohol, sondern auch mit Kindern hat: der ideale Film für Feiertagszyniker. Fun fact: ursprünglich hätte Bill Murray die Hauptrolle übernehmen sollen, sagte jedoch ab um stattdessen Lost in Translation machen zu können. Mein größter Weihnachtswunsch: ihn einmal an einem Paralleluniversum-Heiligabend doch noch in beiden Filmen über den Fernseher flimmern zu sehen.

7. Edward mit den Scherenhänden (Edward Scissorhands, 1990)

Tim Burton, die erste: natürlich begleitet von seinem Lieblingsschauspieler Johnny Depp (für diese Rolle immerhin für einen Golden Globe nominiert), in dem Fall als künstlich erschaffener Mensch mit – Achtung, Spoiler – Scherenhänden. Mit diesen kreirt er in einer ikonisch flockenstrotzenden Szene verstörend schöne Eisskultpuren und schnippelt sich letztendlich nicht nur in das Herz von Winona Ryder sondern auch die Herzen des Publikums.

6. Stirb langsam (Die Hard, 1988)

Bruce Willis in der Rolle die ihn zur Action-Ikone einer ganzen Generation gemacht hat. Kein Weihnachtsfilm im klassischen Sinn, aber Heiligabend nur mit einem Unterleiberl bekleidet in einem Hochhaus in Los Angeles umringt von Terroristen zu verbringen hat auch mal was. Und am Ende stürzt nicht nur der Bösewicht vom Hochhaus sondern fällt auch Schnee vom Himmel.

5. Batmans Rückkehr (Batman Returns, 1992)

Tim Burton, die zweite: im frostigen Gotham City heizen der Pinguin, Catwoman und der skrupellose Millionär Max Shreck dem „dark knight“ kurz vor Weihnachten so richtig ein. Obwohl Christopher Nolans aktuelle Neuinterpretation der Batman-Franchise eigentlich unschlagbar gut ist bleibt dieser zweite nennenswerte Batman der Filmgeschichte ganz oben auf meiner All Tim, äh, All Time Favourite-Liste. Neben der düster-weihnachtlichen visuellen Stimmung hat(te) es mir vor allem der geniale Soundtrack von Danny Elfman angetan.

4. Rare Exports (2010)

Die spinnen, die Finnen! Und das ist auch gut so. In der ungewöhnlichen Horror-Komödie von Jalmari Helander muss der Weihnachtsmann zu späteren Verkaufszwecken erst mal aus einem Berg ausgebuddelt werden. Dass es vielleicht einen guten Grund gibt warum er da überhaupt drin war dürfen vor allem die Anrainer der wahnwitzigen Aktion am eigenen Leib erfahren. Und was war nochmal mit diesen riesigen Hörnern? Ein festlicher Spaß, allerdings nichts für schwache Nerven.

3. Tatsächlich Liebe (2003)

„Whenever I get gloomy with the state of the world, I think about the arrivals gate at Heathrow Airport. General opinion’s starting to make out that we live in a world of hatred and greed, but I don’t see that. It seems to me that love is everywhere. Often it’s not particularly dignified or newsworthy, but it’s always there – fathers and sons, mothers and daughters, husbands and wives, boyfriends, girlfriends, old friends… When the planes hit the Twin Towers, as far as I know none of the phone calls from the people on board were messages of hate or revenge – they were all messages of love. If you look for it, I’ve got a sneaking suspision love actually is… all around.“

Man kann von Love Actually halten was man will – unbestreitbar ist meiner Meinung nach dass Autor und Regisseur Richard Curtis damit handwerklich gesehen ein kleines Meisterwerk abgeliefert hat. Nicht weniger als 10 Geschichten mit fast 30 Charakteren deren Schicksale im vorweihnachtlichen London sich schlußendlich zu einem romantischen Wohlfühlpackerl verschnüren – einfach großartig. Zugegeben, aus diesem Packerl tropft der Kitsch wie das Wachs vom Adventkranz, und ganz unten am Boden lungern einige reichlich dämliche Sager und Szenen herum, das ändert für mich jedoch nichts an der Qualität der Gesamtkomposition. Vor allem der Humor (aber auch die nötige Portion Melancholie) kommt nicht zu kurz, und das Ganze wird von einer sensationellen SchauspielerInnenriege getragen, allen voran wohl Bill Nighy als abgehalfterter Rockstar („Christmasss is all around you…“) und Emma Thompson als betrogene Ehefrau. (Und Rowan Atkinson in einem Gastauftritt als Juwelierverkäufer!). Wie dem auch sei: wenn am Ende das wundervolle „God Only Knows“ der Beach Boys erklingt und sich die Geschichten der ProtagonistInnen mit unzähligen unerzählten weiteren Geschichten im wahrsten Sinne des Wortes zu einem großen Mosaik vermischen wird es bei mir jedes Mal warm ums Herz und feucht um die Augen.

2. Ist das Leben nicht schön? (It’s a Wonderful Life, 1946)

„Strange, isn’t it? Each man’s life touches so many other lives. When he isn’t around he leaves an awful hole, doesn’t he?“

Dieser Klassiker ist im Internet auf den meisten Top 10 Weihnachtsfilme-Listen an erster Stelle. Und auch wenn er es bei mir nicht auf Platz 1 geschafft hat kann ich der allgemeinen Meinung nicht widersprechen: es ist tatsächlich einer der besten aller Zeiten, laut dem American Film Institute sogar einer der 100 besten amerikanischen Filme überhaupt. Das Schicksal des gutmütigen, vielfach leidgeprüften George Bailey (James Stewart), der am dunkelsten Punkt seiner Existenz kurz vor einem Selbstmordversuch steht und daraufhin durch einen Engel die Chance erhält zu sehen wie das Leben seiner Familie und Freunde, ja seiner ganzen Gemeinde verlaufen wäre wenn es ihn nicht gegeben hätte, hat seit über einem halben Jahrhundert unzählige Menschen berührt. Es ist eine Liebesgeschichte, eine Familienchronik, ja fast ein historisches Stadtepos – und verpackt eine Vielzahl von zeitlosen Botschaften in eine wundervoll weihnachtliche Tragikomödie mit lange ersehntem und durchwegs verdientem Happy End. Wem da nicht die Tränen kommen, der hat kein Herz.

1. The Nightmare Before Christmas (1993)

„It was a long time ago, longer now than it seems. / In a place that perhaps you’ve seen in your dreams. / For the story that you’re about to be told / began with the Holiday Worlds of old. / Now you’ve probably wondered where holidays come from / If you haven’t, I’d say it’s time you begun!“

Tim Burton, die dritte – tja, Anfang der 90er hat er halt noch gute Filme gemacht. Er hat bei diesem zwar nicht Regie geführt, aber war Drehbuchautor, Produzent, und so ziemlich jedes Detail trägt unverkennbar seine Handschrift – Burton at his best. The Nightmare Before Christmas ist ein teils bitterböser aber ungemein verspielter und liebevoll gemachter Film über Weihnachten UND Halloween, er ist ein hochkomisches und tiefberührendes Musical (genial: Danny Elfman), und das Ganze noch in Stop Motion – einfach unschlagbar. Kurz zusammengefasst erzählt er die Geschichte von Jack, Anführer des „Halloween Land“, der in einer Sinnkrise seine magische Welt verlässt und zufällig im „Christmas Land“ landet. Nach seiner Rückkehr glaubt er seine Bestimmung gefunden zu haben: Sandy Claws, äh, Santa Claus zu entführen und dieses Jahr an seiner Stelle das Kommando über das Weihnachtsfest der Menschen zu übernehmen. Das geht natürlich gewaltig schief – aber gerade deswegen ist dann der Epilog des Films (der eigentlich im Film nicht vorkommt, jedoch auf der Soundtrack-CD zu finden ist) so berührend (gesprochen von Patrick Stewart!)

That’s it folks… frohe Weihnachten jetzt schon mal!

Jubiläumsgrüße vom Aufsteirern 2016

Eine kurze Grußbotschaft samt zünftiger Hintergrundmusik vom Grazer Aufsteirern, dem Festival das uns vor fast genau einem Jahr dazu inspiriert hat unseren Podcast ‘Aufnerden’ zu nennen. Am 5. Oktober feiern wir dann unseren ersten Geburtstag und dann geht’s auch schon mit Volldampf in die Season 02. Danke an alle Zuhörer/innen und Wegbegleiter/innen!

Aufnerden beim Aufsteirern 2016
Aufnerden beim Aufsteirern 2016

Aufnerden goes Crossing Europe

Morgen geht in Linz das 13. Crossing Europe zu Ende, das die oberösterreichische Landeshauptstadt mit 162 Filmen aus 35 Ländern 6 Tage lang zum Mekka für internationale Kinonerds machte. Wir vom steirischen Aufnerden begeben uns ja normalerweise in fremde Galaxien, aber warum in die Ferne schweifen wenn das Gute so nah liegt? Crossing Bundesländergrenzen for Crossing Europe! Und so wagte ich (Max) mich auf eine anderthalbtägige Aussenmission – beam me down, SCOTTY (Achtung Wortwitz, so heißt die App der ÖBB, die wie immer bei der Reiseplanung gute Dienste leistete. Hm, vielleicht spendieren uns die Österreichischen Bundesbahnen anläßlich dieser schamlosen Werbung das Bier für die nächste Aufnahme… Thomas? OK, ich schweife ab).

Anderthalb Tage sind natürlich nicht viel Zeit angesichts der gebotenen Programmfülle, und bei dem glücklicherweise sagenhaft schönen Wetter diese Woche wollte ich mir natürlich auch ein paar Stadterkundungsspaziergänge nicht entgehen lassen, aber drei hervorragende Filme aus drei Ländern sind sich ausgegangen, einer sogar mit ein so etwas wie Sci Fi-Touch (huzzah!).

Krigen (A War)

'Krigen' (Foto: Constantin Film Österreich)
‚Krigen‘ (Foto: Constantin Film Österreich)

Aus Dänemark, und vermutlich der bekannteste Beitrag im Festivalprogramm, immerhin wurde er für den diesjährigen Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert. Bekannt auch der Hauptdarsteller, Pilou Asbæk, der in der Serie ‘Borgen’ den Spin Doctor der Premierministerin verkörperte. Hier schlüpft er in die Rolle des dänischen Offiziers Claus Pederson, mit seiner Einheit auf mehrmonatigem Afghanistan-Einsatz, zuhause warten die Ehefrau und drei Kinder. Bereits psychisch angeschlagen fällt er unter schwerem Beschuß und mit einem verletzten Kameraden an seiner Seite eine verhängnisvolle Entscheidung, aufgrund der er abberufen und in Kopenhagen vor Gericht gestellt wird. Drehbuchautor und Regisseur Tobias Lindholm gelingt damit ein hochaktuelles und realistisches Drama rund um Krieg, Familie, Schuld und Verantwortung.

Krigen hatte beim Crossing Europe in der OmU-Fassung Österreichpremiere und ist jetzt auch im regulären Kinobetrieb und synchronisiert zu sehen – sollte man sich nicht entgehen lassen!

Heimatland

'Heimatland' (Foto: WIDE MANAGEMENT)
‚Heimatland‘ (Foto: WIDE MANAGEMENT)

Aus der Schweiz, und in mehrfacher Weise höchst ungewöhnlich: Gleich zehn junge AutorenfilmerInnen stellen sich hier die Frage wie ihre Heimat reagiert wenn plötzlich eine unerklärbare, bedrohliche Sturmwolke auftaucht und nach und nach das ganze Land bedeckt. Der Film folgt unterschiedlichsten Charakteren auf ihrer ebenso physischen wie psychischen Reise durch den nationalen und ganz persönlichen Ausnahmezustand, und fügt sich zu einem hochprofessionellen ästhetisch-dramaturgischen Gesamtwerk zusammen. Besonders pikant: am Ende schließt die Europäische Union vor den empörten eidgenössischen Flüchtlingen die Grenze, da helfen dann auch die mitgebrachten Geldscheinbündel nix mehr.

‘Heimatland’ hatte ebenfalls beim Crossing Europe Österreichpremiere und ist bis mindestens August 2016 bei diversen Filmfestivals zu sehen – ob er hierzulande ins reguläre Programm kommt ist ungewiss, ich fand ihn jedenfalls großartig und ein größeres Publikum hätte er sich zweifelsfrei verdient.

Unten

'Unten' (Foto: Djordje Čenić)
‚Unten‘ (Foto: Djordje Čenić)

Aus Österreich, und mein persönlicher Liebling unter den drei Filmen. Djordje Čenić, 1975 in Linz als “Gastarbajterkind” geboren, begibt sich auf eine sympathisch authentische autobiografische Zeitreise zwischen Kroatien und Österreich, Persönlichem und Politik, zwischen Heimaten, Identitäten, Nostalgie und Zukunft. Home videos aus den 90ern mischen sich mit Fotos, Nachrichtenclips und professionell gefilmten aktuellen Aufnahmen, unter ihnen viele spannende Gespräche mit Verwandten und Freunden. ‘Unten’ ist manchmal tragisch, oft komisch, aber immer mit einer großen Portion Herz, und nimmt die Zuseher/innen wie eine erweiterte Familie mit in Čenićs Welten in denen er stellvertretend eine ganze Generation portraitiert.

‘Unten’ feierte beim Crossing Europe Weltpremiere, ähnlich wie bei ‘Heimatland’ ist unklar ob er regulär ins Kino kommt, ich würde es ihm sehr wünschen. Für alle jetzt ganz Neugierigen gibt es inzwischen immerhin eine Episode des Podcasts TermiTinitus bei der Djordje Čenić zu Gast ist.

Preview für S01E02: Play it again, Sam

Habt ihr auch das Gefühl dass es im Kino nur mehr Remakes, Reboots, Reimaginations, Prequels und Sequels gibt? Kommt euch alles schon ein bisserl ZU retro vor? Uns auch. Diesem Thema wollen wir uns in unserer zweiten Episode, die passenderweise am 21. Oktober 2015, also dem ‘Back to the Future Day’ erscheint, ausführlich widmen.

Als Einstimmung dazu der folgende kurze Artikel mit dem Titel “Play it again, Sam” den ich (Max) im März 2013 für kinomo.at bzw die Grazer ÖH-Zeitschrift ‘Libelle’ verfasst habe. Viel Spaß beim Lesen und wir freuen uns jetzt schon über Fragen, Kommentare und Diskussionsanregungen auf unserer Facebook-Seite!

Zuerst wollte ich ja nur etwas über Remakes schreiben. Seit Beginn des neuen Jahrtausends hatten diese gefühlsmäßig etwas überhand genommen; als erstes aufgefallen war mir die Wiedergeburtswelle der 70er/80er Horror-Klassiker (Texas Chainsaw Massacre, Nightmare on Elm Street, Romeros Zombiestreifen, etc), doch es blieb nicht genrespezifisch: plötzlich war da auch ein neuer Planet der Affen, ein neuer Untergang der Poseidon, ein neuer Kampf der Titanen… vielgeliebte Kindheitserinnerungen, für eine neue Generation neu aufbereitet. Ich musste unweigerlich an eines der Leitmotive aus der großartigen Serie Battlestar Galactica denken: „All this has happened before, and all of it will happen again“. Ich meine natürlich die Serie von 2004, nicht das 1978er Original. Und muss somit zugestehen dass Remakes nichts per se Schlechtes sind.

Kaum hatte ich mich an den Gedanken gewöhnt, ging es erst so richtig los. Und schon redete auch keiner mehr von Remakes, die neuen Zauberwörter hießen ‚Reimagination‘ und ‚Reboot‘: J.J. Abrams nahm sich 2009 Star Trek (und 2015 Star Wars, welch Ironie) vor, Marc Webb durfte Spider-Man nur 5 Jahre nach Sam Raimis letztem Teil wieder auf die Nachbarschaft loslassen, und auch Christopher Nolans prägende Batman-Trilogie, selbst schon ein Reboot, wird bald neubestiefelte Nachkommen haben.

Aber nach etwas Recherche musste ich feststellen dass all das nur ein Teil eines repetitiven kulturellen Gesamtphänomens ist. Schauen wir uns doch mal die globale Box Office Top Ten des letzten Jahres an: The Avengers, Skyfall, The Dark Knight Rises, The Hobbit, Ice Age: Continental Drift, The Twilight Saga: Breaking Dawn Part 2, The Amazing Spider-Man, Madagascar 3, The Hunger Games und Men in Black 3. Fällt euch was auf? Ja, es ist der zuvor bereits erwähnte Spider-Man dabei, ein einziges Remake also, keine große Sache. Doch das eigentlich Interessante sind die neun anderen: fünf Sequels, drei Literaturverfilmungen (zumindest falls man auch Stephenie Meyers pubertäre Schreibtherapie als „Literatur“ bezeichnen will), und eine Comicverfilmung. Fazit: Streng genommen kein neues Material.

Gut, das könnte natürlich ein statistischer Ausreißer sein. Wie sah es also davor aus? Tja, in den jährlichen Top 10 hat das Verhältnis von bekannt (Remake, Sequel, Literatur- oder sonstige Quellenverfilmung) zu neu schon lange eine ziemlich gewaltige Schlagseite: 10:0 (2011), 9:1 (2007), 8:2 (2010, 2006), 7:3 (2008, 2005, 2003, 2002, 2001), 6:4 (2009, 2004). Und 2013 wird nicht anders: garantierte Kassenschlager mit Begleitnummer wohin das Auge reicht (u.a. Fast and Furious 6, Die Hard 5, Iron Man 3, The Hangover 3, Kick-Ass 2), Superman wird wieder mal in ein neues Kostüm gezwängt, und sogar der Zauberer von Oz bekommt eine Vorgeschichte.

Da stellt sich natürlich die Frage: Hollywood, warum diese Einfallslosigkeit? Und wer ist verantwortlich dafür – die Produzenten, die dem Publikum immer den gleichen Fraß vorsetzen, oder das Publikum selbst, weil es diesen so bereitwillig in sich hineinstopft? Für beide Seiten scheint jedenfalls zu gelten: lieber bei Bewährtem bleiben.

Die amerikanische Blockbustergeburtsklinik ist kostspielig und damit risikobehaftet. Denn sie muss unter enormem Konkurrenzdruck (nicht nur aus der eigenen, sondern inzwischen auch vielen anderen Medienbranchen) um das Wohlwollen eines Konsumenten kämpfen der statistisch ohnehin nur 4x (in den USA, in Österreich sogar nur 2x) im Jahr ins Kino geht. Und so behandelt der durchschnittliche Großstudioverantwortliche den durchschnittlichen Kinobesucher, ähnlich wie der Neoliberale das Finanzkapital, wie ein scheues Reh das man auf keinen Fall verschrecken darf. Und fährt auf dem hauptabendlichen Mainstreamhighway eben lieber ohne Fernlicht. Die Gefahr, eventuellen Wildwechsel zu spät zu sehen ist minimal – das Massenpublikum ist eine Herde Wiederkäuer die brav auf der heimischen Wiese bleibt.